Durmitor Nationalpark
Zurück in Montenegro arbeiten wir uns erst duch die Hauptstadt Podgorica, wo wir aber - abgesehen von einer Bargeldabhebung - nicht halten, da sie im allgemeinen als nicht besonders sehenswert gilt. Anders als die Panoramastraße 1, welche in Podgorica beginnt, und sich von dort quer durchs Landesinnere bis in den Norden Montenegros zieht. Dieser wollen wir in weiten Teilen bis zum Durmitor Nationalpark folgen.
Einen Stopp legen wir allerdings noch beim serbisch-orthodoxen Höhlenkloster Ostrog ein. Da dort der Körper des heiligen Vasilije aufbewahrt wird, ist der Ort auch ein beliebter Wallfahrtsort, der jedes Jahr von tausenden Gläubigen besucht. Die Gebäude, die sich eng an die Felsen des Prekornica-Gebirges drücken sowie die teils in die Felsen gehauenen Räume, sind sehr beeindruckend, vor allem die direkt auf die Felswände gemalten, sehr gut erhaltenen Fresken.
Es geht weiter Richtung Norden und irgendwann tauchen in der Ferne bereits die schroffen Gipfel des Dinarischen Gebirges auf. Das sieht schon imposant aus!
Angekommen im Durmitor Nationalpark richten wir uns erst gemütlich im AutoCamp Mlinski Potok ein. Den Blick auf die umliegenden Bergketten gibt's auch hier gratis dazu. Noch mehr Hochgebirgsfeeling erzeugen die mittlerweile schon frostigeren Herbsttemperaturen auf etwa 1.400 Meter Seehöhe.
Vom Campingplatz ist der Crno jezero ("Schwarzer See") bereits zu Fuß zu erreichen. Das beliebte Ausflugsziel liegt am Fuße des Međed, eines markanten Gipfels im Durmitormassiv, und erinnert uns irgendwie total an den Grünen See in der Steiermark.
Den Großteil des Tages verbringen wir mit der Befahrung des Durmitor Rings. Die 76 Kilometer lange Panoramastraße führt - wie der Name schon sagt - ringförmig durch den Durmitor Nationalpark und bietet dabei fantastische Ausblicke auf markante Gebirgszüge, tief eingeschnittene Täler und Hochebenen, die uns an diesem wunderschönen Herbsttag fast glauben lassen, wir wären im wahrsten Sinne des Wortes in der Pampa.
Warum man für den Durmitor Ring viel Zeit einplanen sollte, hat nicht nur mit der wunderschönen Landschaft zu tun, die von zahlreichen Aussichtspunkten, bewundert werden will, sonder auch mit der Beschaffenheit der Straße. Das schmale, asphaltierte Band windet sich nur einspurig und sehr kurvenreich bergauf und bergauf. Oft müssen wir an entgegenkommenden Fahrzeugen zentimetergenau vorbei manövrieren, langsam fahren sowieso ... der perfekte Roadtrip für unseren Bulli also.
Wir fahren den Durmitor Ring gegen den Uhrzeigersinn, wodurch wir zu den landschaftlich spektakulärsten Stellen gegen Ende hin kommen. Die Herbstsonne steht dann schon etwas tiefer und lässt die goldgelben Wiesen noch mehr leuchten. So schön ist es hier!
In Žabljak füllen wir unsere Vorräte auf und wollen dann noch ein Stück Richtung bosnische Grenze. Natürlich nicht ohne einen Stopp bei der Đurđevića-Tara-Brücke einzulegen, um noch eine tollen Blick auf den Tara Canyon (die tiefste und längste Schlucht Europas) und ein paar Souvenirs mitzunehmen.
Für die Nacht schlagen wir unsere Zelte im Eco Camp Drno Brdo auf. Neben einem Pärchen aus Australien, die in einer der Blockhütten untergekommen sind, sind wir die einzigen Gäste. Der Platz liegt abgeschieden im Wald, eine richtigen Hier-sagen-sich-Fuchs-und-Hase-gute-Nacht-Gegend. Es gibt auch eine Art Gemeinschaftsraum, wo wir uns nach dem Essen noch was zu trinken kaufen, Karten spielen und uns mit dem Besitzer und den Australiern unterhalten bis Yven fast schon im Sitzen einschläft.
Am nächsten Tag nehmen wir das restliche Stück bis zur bosnischen Grenze in Angriff. In Pljevlja kommen wir an einem furchterregend aussehenden Kraftwerk vorbei. Wegen der Kühltürme meinen wir erst, dass das nur ein Atomkraftwerk sein kann, aber nach kurzer Recherche stellt sich heraus, dass es sich um ein Kohlekraftwerk handelt. Na ja, eine ordentliche Dreckschleuder ist es allemal. 40 Kilometer später verabschieden wir uns von Montenegro und reisen nach Bosnien ein.